Projektstelle für Gedenken und Versöhnung: eine Bilanz

Eine Grenzlandwanderung und Medienprojekte mit Jugendlichen aus Bayern und Böhmen, Kreativ-Wochenenden mit Kindern im Kloster Tepla, Aktionen mit Schulen und Kindergärten in der Oberpfalz und in Tschechien. Dies und vieles mehr hat die Projektstelle für Gedenken und Versöhnung in den vergangenen drei Jahren in nahezu 30 Projekten und Veranstaltungen angeschoben und bewegt.

Ermöglicht wurde all dies durch die Förderung aus Mitteln des Interreg-Programms Ziel ETZ, die Finanzierung der evangelischen Gedenkstättenarbeit in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern sowie durch ergänzende Mittel des Deutsch-tschechischen Zukunftsfonds, des Bezirksjugendrings Oberpfalz, des Amts für Jugendarbeit sowie der Abteilung Ökumene und kirchliches Leben des Landeskirchenamts der Evangelischen Kirche in Bayern.

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Zum Ende der Projektlaufzeit zogen Projektreferentin Gisela Baur-Pająk und Dekan Thomas Guba aus Weiden eine positive Bilanz. Guba bedankte sich bei der Projektreferentin für ihr großes Engagement. „Auch wenn das Projekt nun zu Ende geht: Es wird etwas bleiben bei allen Teilnehmern und Mitwirkenden“, stellte der Dekan fest. „Sie und Ihre Vorgängerin Tanja Fichtner haben gemeinsam mit Ihrer Kollegin Libuše Kučerová von der Kirche der Böhmischen Brüder in Aš dazu beigetragen, dass Brücken gebaut und wertvolle Kontakte geknüpft wurden zu Menschen diesseits und jenseits der Grenze. Herzlichen Dank für diese wichtige Arbeit!“

Ziel des Projektes war es, junge Menschen diesseits und jenseits der Grenze zusammen zu bringen und ihnen das Knüpfen von Kontakten zu ermöglichen. Gemeinsam setzten sie sich auch mit den dunklen Seiten der deutschen und deutsch-tschechischen Geschichte im 20. Jahrhundert auseinander. Sie beschäftigten sich mit den Schicksalen von Menschen aus dem Grenzgebiet und trafen Zeitzeugen.

Sie besuchten die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg und andere Gedenkorte in Deutschland und Tschechien, führten Interviews, drehten Videos und präsentierten ihre Ergebnisse an ihren Schulen oder in den Kirchengemeinden. Dabei lernten sie, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden und auch einmal die Perspektive des Gegenübers einzunehmen. Eine sehr wichtige Erfahrung, wie Gisela Baur-Pająk findet: „Natürlich kam dabei auch der Spaß nicht zu kurz. Bei den Aktionen für Kinder wie zum Beispiel den Weihnachtswochenenden stand das Kennenlernen bei gemeinsamen Aktionen sowieso im Vordergrund. Die Verständigung hat dank der tollen Sprachanimateure vom Koordinierungszentrum für den Deutsch-Tschechischen Jugendaustausch Tandem und der zweisprachigen Team-Mitglieder sogar bei den schwierigeren Themen sehr gut geklappt. Sie haben großen Anteil daran, dass die Kinder und Jugendlichen ohne große Berührungsängste auf einander zugingen.“

 

Eine deutliche Zäsur stellte der Beginn des corona-bedingten Lockdowns im Frühjahr 2020 dar. Insbesondere das aufwändig vorbereitete Internationale Jugendtreffen in Flossenbürg zum Gedenken an den 75. Jahrestag der Ermordung von Dietrich Bonhoeffer für bis zu 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bayern, Belarus, Polen, Schweden, Ungarn, den USA und Tschechien musste kurzfristig abgesagt werden. Das Theaterprojekt „Peace in Diversity“ und ein Kreativ-Wochenende für Kinder fielen ebenso der Corona-Pandemie zum Opfer. Wo immer möglich, wurden kurzfristig Online-Ersatzangebote auf die Beine gestellt.

Zum Online-Seminar “Das geheime Häftlingsradio”

 

Dass die Arbeit der Projektstelle trotzdem viele junge Menschen erreicht hat, verdeutlichte Baur-Pająk anhand einiger Zahlen: „Über 750 Kinder und Jugendliche nahmen an den meist bayerisch-tschechischen Veranstaltungen teil, die von knapp 300 haupt- und ehrenamtlichen, oft selbst noch jugendlichen Team-Mitgliedern getragen wurden. Hinzu kamen unzählige Vorbereitungstreffen und Team-Bildungstage. Über die drei Jahre hinweg waren so mehr als tausend Menschen an den einzelnen Aktivitäten beteiligt.“

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Weitere Kooperationspartner neben der Kirche der Böhmischen Brüder in Aš:

  • Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
  • Amt für evangelische Jugendarbeit in Nürnberg
  • Koordinierungszentrum für den Deutsch-Tschechischen Jugendaustausch Tandem in Regensburg
  • Jugendmedienzentrum T1 in Tirschenreuth
  • Spolek Političtí vězni.cz in Prag
  • Antikomplex in Prag
  • Muzeum Sokolov mit Abteilungen in Jáchymov und Svatavá
  • Prämonstratenserstift Tepl
  • Theaterverein A BASTA! z.s. aus Plzeň
  • Kreisjugendring Neustadt/Waldnaab
  • Kreisjugendring Tirschenreuth
  • Stadtjugendring Weiden.

Auch viele Kirchengemeinden

  • im Dekanat Weiden (St. Michael Weiden, Tirschenreuth – Waldsassen, Wildenreuth)
  • Církev československá husitská (Tschechoslowakische Hussitische Kirche) in Mariánské Lázně
  • Kirche der Böhmischen Brüder in Karlovy Vary und Plzeň

sowie Schulen unterstützten Einzelprojekte auf vielfältige Weise, häufig auf der Grundlage bereits bestehender bayerisch-tschechischer Partnerschaften. Während des Projektes entstanden aber auch neue Partnerschaften wie z.B. zwischen dem Evangelischen Kindergarten Regenbogen Erbendorf und der Mateřská škola Klimentov oder der katholischen Maristen Realschule Cham und dem Gymnázium Jaroslava Vrchlického Klatovy.

 

Kontakt:

Ev.-Luth. Dekanat Weiden

dekanat.weiden@elkb.de

+49 – 961 – 4701977