»„Dinge, für die es sich lohnt ...“: Wir bringen Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart zusammen.« Grenzüberschreitende Jugendarbeit für Versöhnung und Verständigung in Bayern und Tschechien

Gefördert durch:

           

und die Evangelische Kirche in Bayern.

Die Projektstelle Gedenken und Versöhnung bündelt viele Themen, die seit Jahren zur Arbeit der Evangelischen Jugend im Dekanat Weiden gehören: die deutsch-tschechischen Weihnachtswochenenden und damit die enge Zusammenarbeit mit der Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien, das Gedenken an Leben und Sterben Dietrich Bonhoeffers, die Tradition von Jugendbegegnungen in Flossenbürg und das Eintreten gegen Rechts, für Toleranz und Verständigung.

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg im Dekanat Weiden verpflichtet uns in doppelter Weise zur internationalen Zusammenarbeit, zum Einsatz für Frieden und Versöhnung. Sie ist, mit den Worten des Leiters Jörg Skriebeleit, „einer der internationalsten Orte Bayerns“. Häftlinge aus 47 Nationen waren zwischen 1938 und 1945 hier oder in einem der über 90 Aussenlager inhaftiert. Die Begegnung mit Überlebenden und Jugendlichen aus diesen Ländern war deshalb Leitgedanke der internationalen Jugendtreffen, die die Evangelische Jugend über viele Jahre in Flossenbürg durchgeführt hat.

Begegnungen mit Überlebenden werden bald nicht mehr möglich sein. Wir stehen nun vor der Frage, wie wir das Potential von Flossenbürg, Begegnungs- und Lernort für Jugendliche aus ganz Europa, den USA und Israel zu sein, neu nutzen und denken können. In Zeiten der zunehmenden Sprachlosigkeit und Entfremdung in Europa ist ein solcher gemeinsamer Lernort nötiger denn je.

Am Anfang des evangelischen Engagements in der Gedenkstätte Flossenbürg steht aber der Name Dietrich Bonhoeffer, der dort am 09. April 1945 hingerichtet wurde. Bonhoeffer war ein Weltbürger mit Lebensstationen in New York, London, Barcelona und dem heutigen Polen. Er dachte ökumenisch und begründete seinen Gang in den Widerstand mit dem bedingungslosen Einsatz für die Juden in Deutschland und in der Kirche. Er war ein Weltbürger, der das sichere Exil an der Universität in New York freiwillig verließ um sich weiter in Deutschland gegen das Nazi-Regime zu engagieren.

„Die Bergpredigt gilt als Wort der weltversöhnenden Liebe Gottes entweder überall und jederzeit, oder sie geht uns ernstlich überhaupt nichts an“ schreibt er und verpflichtet uns als Christen damit zum Engagement für die Schwachen und Ausgegrenzten – und zwar zu Hause und international.

All diese Gedanken und Verpflichtungen prägen die Arbeit der Evangelischen Jugend seit vielen Jahrzehnten. Mit Hilfe der neu geschaffenen hauptamtlichen Stelle werden sie nun weiter mit Leben gefüllt.

„»„Dinge, für die es sich lohnt …“: Wir bringen Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart zusammen.« Grenzüberschreitende Jugendarbeit für Versöhnung und Verständigung in Bayern und Tschechien”. Unter diesem Motto steht das deutsch-tschechische INTERREG-Jugendprojekt, das die Europäische Union aus dem Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Freistaat Bayern – Tschechische Republik, Ziel ETZ 2014 – 2020 finanziert. Vertreibung, Zwangsarbeit und die Geschichte der deutsch-tschechischen Grenze beeinflussen bis heute wie Jugendliche auf beiden Seiten der Grenze sich sehen.  Zusammen mit den kirchlichen Partnern in Tschechien werden wir uns diesen Themen annehmen.

Wichtig sind natürlich die Bonhoeffer-Jugendnacht und die deutsch-tschechischen Weihnachtswochenenden, die weiterhin am 02. und 03. Adventswochenenden auf der Altglashütte stattfinden werden. Weil Kinder und Mitarbeiter immer begeistert und voller Eindrücke von diesen Wochenenden zurückkommen, gibt es speziell für Kinder mit „Kinder, Kunst und Kloster“ im Stift Tepl bei Marienbad ein neues, spannendes Angebot.

Für die ganz Kleinen sind Kindergarten-Begegnungstage in Deutschland und Tschechien geplant.

Highlight für Jugendliche ist unter anderem Fahrten nach Prag und Berlin unter dem Motto „Anders“, Theaterworkshops, ein Taize-Wochenende und vieles mehr.

Unter dem Motto „Attacke und Revanche – Unrecht bleibt Unrecht“ werden sich deutsche und tschechische Jugendliche mit der Geschichte der Vertreibung im deutsch-tschechischen Grenzland beschäftigen. Alle Angebote zur Erinnerungskultur werden in enger Zusammenarbeit mit der Bildungsabteilung der Gedenkstätte Flossenbürg entwickelt und geplant.

Weitere Informationen finden Sie im Projektflyer.

Kontakt:

Tanja Fichtner M.A.

Projektreferentin für Gedenken und Versöhnung

tanja.fichtner@ej-weiden.de

0961-78488955

Wolframstraße 2, 92637 Weiden i.d.Opf.